Die Geschichte des Fernsehens als Leitmedium
Obwohl
die Basistechnologie des Fernsehers bereits vor über 100 Jahren entwickelt
wurde und die ersten richtigen Schritte um 1930 passiert sind, hat sich
das Fernsehen als Leitmedium unserer Gesellschaft erst in den 50er bzw.
60er Jahren des vorigen Jahrhunderts herauskristallisiert. Seit dem Zeitpunkt
haben sich die Zuseherzahlen vervielfacht. Der Fernseher ist heutzutage
für viele schon eine Selbstverständlichkeit und oftmals mehrere
Stunden pro Tag an. Viele lassen ihn sogar nebenbei laufen, ohne aktiv
zu sehen.
Anfang der 50er Jahre konnten sich bereits ungefähr 10 Millionen
Menschen in Amerika als "Fernseher" bezeichnen. Als Vergleich
waren es in Deutschland wenige Hundert. Doch ab diesem Zeitpunkt nahm
die Kurve rapide zu. Schon 10 Jahre später (1960) waren es 4 Millionen
Menschen in Deutschland. Auf den Globus verteilt sogar über 100 Millionen.
Von da an konnte die Fernsehindustrie jährliche Zuwachsraten von
über 20 Prozent feststellen. Doch selbst heute, wo nahezu jeder Haushalt
ein Fernsehgerät besitzt, ist noch lange nicht Schluss. Es werden
zweite oder sogar dritte Geräte gekauft und in der ganzen Wohnung
verteilt.
In den Anfängen war das Fernsehen aber in seiner Qualität sehr
eingeschränkt. Nahezu lächerlich war das Bild im Vergleich zu
heutigen hochauflösenden Breitbildfernsehern. Das Farbfernsehen wurde
in Deutschland beispielsweise erst 1967 eingeführt. Im Bereich der
Übertragung hat sich über die Jahrzehnte ebenso einiges verändert.
Anfang der 60er Jahre konnte beispielsweise die erste Übertragung
per Satellit ermöglicht werden. Dabei werden die Informationen über
geostationäre Satelliten verteilt. Diese decken in ihrem Kollektiv
immer einen gewissen Teil des Globus' ab, auf dem dann das Fernsehprogramm
empfangen werden kann. Die zweite große Sparte ist das so genannte
Kabelfernsehen. Hier wird auf eine flächendeckende Verkabelung der
Haushalte durch Breitbandkabel gesetzt.
Obwohl es in den folgenden Jahren immer wieder zu Verbesserungen und dem
Einbau zusätzlicher Features und Funktionen gekommen ist, wurde der
nächste Schritt, nämlich die Digitalisierung des Fernsehens
in den 90er Jahren gemacht. Dabei wird nicht nur eine massive Verbesserung
der Bildqualität erzielt, sondern auch der Weg für neue Modelle
des Fernsehens geöffnet. Vor allem der Begriff "DVB-T"
sollte hier jedem ein Begriff sein. Die Übertragung des analogen
Fernsehens wird nach und nach eingeschränkt und in naher Zukunft
ist die Abschaltung dieses Systems geplant, wodurch dann nur noch digital
ausgestrahlt wird.
Der letzte Schritt ist die Einführung von "Mediatheken"
und "On-Demand" Fernsehen. Ein flexibler Abruf von Sendungen,
Serien, Filmen und Nachrichten zu jeder Zeit wird dadurch ermöglicht.
Wenn man dies mit den 2-Stunden Sendezeit der 50er Jahre vergleicht, hat
sich in diesem mittlerweile schon halben Jahrhundert einiges verändert.