Client / Server - Peer-to-peer
Weitere Möglichkeiten, um Daten in Netzwerken
ideal verteilen zu können stellt das Client / Server Prinzip und
im Gegensatz das Peer-to-peer System dar. Eine Client / Server Beziehung
basiert grundlegend auf der Verteilung von Informationen ausgehend von
einigen Servern, also Hauptankerpunkten. Als Client wird jeder Teilnehmer
angesehen, der Informationen von diesen Servern abrufen will. Dadurch
kann es natürlich zu unterschiedlichen Problemen kommen. Auf der
einen Seite sind Datenstaus möglich, wenn zu viele Nutzer mit ein
und dem selben Server kommunizieren. Je besser die Server lokal verteilt
sind, desto geringer fällt die Überlastung aus.
Um Daten über ein Peer-to-peer Netzwerk zu verbreiten benötigt
es hingegen nicht wirklich einen Sender in Form eines Servers und viele
Empfänger (Clients). Hier werden die Daten im Netz auf die Teilnehmer
verteilt. Wenn ein Nutzer nun die Informationen abrufen will, so verbindet
er sich mit mehreren anderen Teilnehmern und besorgt sich diese von dort.
Man erhält sozusagen ein Netz von kleinen Paketen, die man letztendlich
auf dem eigenen Computer zusammensetzt. Jeder Nutzer ist in einem Peer-to-peer
Netz sozusagen auch ein kleiner Server, von dem Daten abgerufen werden
können. Beim Client / Server Prinzip ist dies nicht möglich,
da die Clients untereinander keinen solchen Austausch vornehmen können,
da sie nur im Kontakt mit dem Server stehen.
Wenn man sich diese beiden Systeme bildlich vorstellen will, so funktioniert
das Client / Server Prinzip ähnlich eines Sterns. Jeder Client ist
mit dem Server in der Mitte verbunden, aber nicht mit den anderen Clients.
Ein Peer-to-peer Netzwerk ähnelt eher einem Spinnennetz. Jeder Nutzer
ist mit jedem anderen Nutzer bei Bedarf verbunden und kann sich austauschen.
Ein übergeordneter Server, mit dem alle verbunden sind existiert
nicht wirklich.
Video-on-Demand bzw. TV-on-Demand bedient sich der in den letzten paar
Kapiteln beschriebenen Technologien und Möglichkeiten, um Daten an
Nutzer zu verteilen, also Video- und Audioübertragungen ausstrahlen
zu können.
Anders als eine normale Fernsehverbindung über eine Antenne, wo man
von einem Broadcast spricht, gibt es natürlich unterschiedliche Einschränkungen
innerhalb von Netzen. Ein Broadcast wird an alle möglichen Empfänger
geschickt, ein Unicast nur an einen einzelnen Teilnehmer, der starken
Einfluss auf diese Übertragung hat und ein Multicast wird an eine
bestimmte Gruppe geschickt, die zwar keinen Einfluss auf die Übertragung
selbst haben, aber durch die kleinere Gruppe ein individuelleres Programm
erhalten.