Internet Protocol Television
Eine Möglichkeit, die Übertragung von Film
und Fernsehen digital zu gewährleisten ist das IPTV (Internet Protocol
Television). Hierbei bedient man des IP (Internet Protocol) Systems, welches
auch die Basis für die Adressierung im Internet darstellt und seit
jeher in unterschiedlichen Versionen genutzt wird.
IPTV eröffnet dem Seher mehr als nur das klassische Fernsehen. Durch
einen eigens angelegten Rückkanal, um die Anweisungen des Nutzers
an den Server zu senden, bietet sich eine recht eindrucksvoll realisierte
Interaktivität mit dem Fernsehprogramm. Vom System empfohlene Sendungen
und Filme werden zum Beispiel durch dieses System möglich. Ähnlich
wie bei einem TiVo, also einem persönlichen Videorecorder, werden
durch die eigenen Fernsehgewohnheiten in der Thematik zusammenhängende
alternative Sendungen ermittelt und aufgenommen.
Der in den vorigen Kapiteln schon recht häufig verwendete Begriff,
Video-on-Demand und dessen Realisierung ist hier ebenso inbegriffen. Über
eine Datenbank kann man sich Videos, Serien und Dokumentationen auf Wunsch
jederzeit abspielen lassen. Unterschiedliche Abstufungen existieren ebenso
(Abspielen von Sendungen zu bestimmten Zeiten, Aufzeichnungen von Sendungen
usw.).
In weiterer Folge gibt es natürlich die klassischen Funktionen, wie
die elektronische Fernsehprogrammzeitschrift oder Teletext, die Anzeige
von Untertiteln in unterschiedlichen Sprachen und natürlich auch
generell ein Mehrkanalton, um den Ton ebenfalls in verschiedenen Sprachen
abspielen lassen zu können.
Besonders zu erwähnen ist natürlich die Homeshopping Funktion,
die es ermöglicht, Artikel über den Fernseher in einem Menü
einkaufen zu können. Darunter befinden sich natürlich nicht
nur klassische Dienste, sondern auch zum Beispiel der Pizzaservice. Wie
auch so oft im Internet gepriesen, hält auch das Web 2.0, also die
interaktive Mitgestaltung des Netzes, im IPTV Einzug. Hier wird dies in
Form von Bewertungen und Reviews oder aber auch durch die Veröffentlichung
von Playlists realisiert, die danach jeder andere IPTV Nutzer lesen und
nutzen kann. Die Möglichkeiten, die der Nutzer hier jedoch hat, um
Einfluss zu nehmen gestalten sich natürlich relativ gering. Heutige
Netze würden wohl eine massivere Interaktion gar nicht verkraften.
Gratis ist jedoch dieser Service nicht. Anders als beim normalen Fernsehen,
wo man Radio/Fernsehgebühren bezahlen muss und bei einem Kabelanschluss
monatliche Kosten hat, gibt es im Video-on-Demand bzw. TV-on-Demand Bereich
unterschiedliche Vergütungsformen. Pay Per View oder Abonnements
sind hier zwei Modelle (wenngleich auch nicht die einzigen), die in den
folgenden Kapiteln behandelt werden. Im Gegensatz zum herkömmlichen
Fernsehen bietet IPTV natürlich ein breites Spektrum an zusätzlichen
Features und Möglichkeiten, um sich als Nutzer ein wenig mehr in
das Fernsehprogramm einzubringen. Die notwendige Interaktion wird über
spezielle Geräte ermöglicht, da ein normaler Fernseher keinen
"Rückkanal" besitzt.