Probleme bei der Übertragung
Aber solch ein Stream ist nicht nur äußerst
praktisch und komfortabel, sondern hat viele Nachteile, die es zu bewältigen
gilt. Anders als die klassischen "Broadcasting" (Funk) Einrichtungen,
nehmen die Kosten mit der wachsenden Teilnehmerzahl dramatisch zu, da
jeder einzelne Benutzer einen Datentransfer zwischen dem Server und seinem
Client aufruft. Zwar kann man mittels Multicast-Modus (welcher in einem
späteren Kapitel noch behandelt wird) mehrere Clients zur gleichen
Zeit ansprechen, aber dafür ist die Unterstützung derzeit noch
nicht hoch genug. Unterschiedliche Modelle existieren, um dieses Problem
zu umgehen. Beispielsweise wird ein Video an unterschiedlichen Quellen
angeboten, um die Nutzung der Bandbreite auch wirklich ausgeglichen zu
verteilen, um Staus zu vermeiden. Eine so genannte P2P (peer to peer)
Lösung existiert ebenfalls bei einigen Anbietern im Internet.
Streams sind Echtzeitübertragungen. Aus diesem Grund kann es durchaus
sein, dass die Bildqualität sehr mangelhaft ist, damit sich die Übertragung
auch wirklich in Echtzeit realisieren lässt und flüssig laufen
kann. Nicht jeder Benutzer besitzt eine Top Leitung, wodurch der die Frage
der Übertragungsgeschwindigkeit weg fällt. Man muss also immer
die Balance zwischen Bildqualität und Übertragungsgeschwindigkeit
halten, damit ein Stream nicht zu einem verschwommenen Pixelmeer wird,
aber die Leitung dennoch nicht zu glühen beginnt. Schließlich
können bei einem Stream, ähnlich wie bei einer Live Übertragung
immer irgendwelche Komplikationen auftreten, die die Übertragung
negativ beeinflussen.
Ein weiterer Nachteil ist jener, dass man beim Empfangen von Videostreams,
diese letztendlich nicht abspeichern kann bzw. es sehr schwer und umständlich
sein kann (manche Programme verhindern das Abspeichern, andere können
diesen Schutz aber umgehen). Natürlich wird dadurch der Datentransfer
erneut belastet, wenn man sich das jeweilige Video ein zweites oder drittes
Mal ansehen will. Der Grund für diese Einschränkung auf Seiten
der Anbieter liegt auf der Hand. Dadurch kann man nämlich sehr gut
steuern, welche Inhalte für wie lange wo zugänglich gemacht
werden sollen. Gerade in den Fragen der Abrechnung, also Bezahlung und
in diversen rechtlichen Angelegenheiten ist dies ein wichtiges Thema.
Die Rechte des Urhebers eines Liedes können beispielsweise insofern
gewahrt werden, sodass man ein Lied nicht wahlfrei abspeichern und weiter
verteilen kann, ohne dass die übrigen Nutznießer dieser Verteilung
an den Urheber irgendwelche Gelder bezahlen müssen (ähnlich
der Raubkopie einer CD anstatt des CD Kaufs im Laden).
Die allgemeine rechtliche Situation ist auch nicht immer klar, zumal man
nicht wirklich kontrollieren kann, ob ein Lied, dessen Rechte gekauft
wurden auch nur in dem Land ausgestrahlt wird, oder nicht. Das Internet
ist schließlich ein globales Netzwerk und da ist es oftmals sehr
schwer die Kontrolle zu behalten, wenn das überhaupt möglich
ist.