Unicast und Multicast Verfahren
Um Daten und in unserem Fall Video- und Audioinformationen
zu verteilen, gibt es zwei unterschiedliche Herangehensweisen, derer man
sich bedient. Der Begriff Unicast beschreibt die Möglichkeit, zum
Beispiel ein Video von einem Sender an einen Empfänger zu übertragen.
Diese Form der Datenübertragung ist in der Netzwerktechnik eigentlich
gang und gebe. Man spricht hier auch von einer Peer-to-peer (Punkt zu
Punkt) Übertragung. Folglich sind immer nur zwei Teilnehmer miteinander
verbunden (Sender und Empfänger).
Eine Multicastübertragung funktioniert hier ein wenig anders. Hier
wird nicht von Punkt zu Punkt, sondern von "Punkt zu Gruppe"
übertragen. Es existiert somit ein Sender, aber mehrere Empfänger,
die jeweils die selben Informationen erhalten. Legt man diese beiden Technologien
nebeneinander, so ist die Menge der übertragenen Daten die selbe.
Grund hierfür ist, dass man nicht separate Verbindungen zu jedem
einzelnen Teilnehmer anlegt, sondern die Daten auf einer Leitung verschickt
und erst beim Router vervielfacht. Gerade in Verbindung mit Internet TV
lässt sich über Multicasts sehr viel an Bandbreite und somit
auch Zeit und Geld sparen.
Bei einer Unicast Übertragung hat der Nutzer natürlich den großen
Vorteil, dass er die Sendung selbst kontrollieren kann (Startzeitpunkt
usw.). Dann und nur dann kann man in diesen Branchen auch von einem Video-on-Demand Dienst
sprechen. Bei einer Multicastausstrahlung existiert keine eigene Verbindung
mit dem Sender. Dadurch hat man auch keine Kontrolle über den Datenstrom.
Eine Möglichkeit, um bei dieser Art der Übertragung dennoch
halbwegs an den Video-on-Demand Dienst heranzukommen ist jene, dass man
die Übertragung zeitversetzt zu mehreren Zeitpunkten ausstrahlt und
sich die Nutzer so den Zeitpunkt nahezu selbst aussuchen können bzw.
zumindest zwischen den unterschiedlichen Zeitpunkten wählen können.
Wird dies so realisiert, spricht man von Near Video-on-Demand.
Zu beachten ist außerdem, dass der Datenfluss im Netzwerk des Empfängers
natürlich dennoch hoch ist. Wenn man beispielsweise in einer 3er
WG eine Sendung auf 3 verschiedenen Computern ansehen will, so wird das
Programm zwar bis zum heimischen Router einzeln übertragen, aber
von dort an an die 3 existierenden Computer verteilt. Man hat also den
dreifachen Aufwand im eigenen Netz.
Eigentlich stellt der Broadcast die dritte Methode dar, um Informationen
verteilen zu können. Eine Fernsehanstalt, die ihr Programm ausstrahlt,
welches man über Antennen empfangen kann, wäre ein Beispiel
für einen Broadcast. Empfangsbeschränkungen gibt es bei einem
Broadcast keine, jedoch auch keine Interaktion, weswegen man im Video-on-Demand
Bereich mit Unicast und Multicast arbeitet.