Web-TV oder Internet TV
Neben den herkömmlichen Methoden ein Fernsehprogramm
über Funkeinrichtungen zu verbreiten, oder durch eigene Netzwerke
(Stichwort IPTV) ein Programm für den Seher anzubieten, gibt es auch
eine viel interessantere Entwicklung im TV Bereich. Es nennt sich Web-TV
bzw. oftmals auch Internet TV und verwendet als Unterlage das Internet
selbst.
Dies kann natürlich nur Hand in Hand mit den steigenden Übertragungsgeschwindigkeiten
realisiert werden, damit eine Übertragung auch zuverlässig und
flüssig von Statten gehen kann und zur gleichen Zeit die notwendige
Bildqualität liefert. Der große Unterschied zu IPTV oder anderen
geschlossenen Netzen ist jener, dass beim Internet TV keine 100% Gewährleistung
gegeben werden kann, dass der Dienst auch wirklich funktioniert, da das
Internet aus unterschiedlichen Gründen Ausfälle oder Übertragungsengpässe
aufweisen kann, die das Streaming verhindern oder beeinflussen können.
Außerdem werden keine Endgeräte mitgeliefert (Boxen etc.) und
man ist sozusagen selbst dafür verantwortlich, dass man die notwendigen
Geräte besitzt (Computer, entsprechend schnelle Internetverbindung
usw.). In vielen Fällen ist dafür der Empfang kostenlos bzw.
deutlich günstiger.
Um einen Vergleich zu bieten, was nun zu Web-TV gehört und was ein
IPTV Dienst ist, kann man als Beispiel Sevenload nehmen, was eindeutig
ein Beispiel für das heutige Internet TV ist. Auf der anderen Seite
beispielsweise T-Home Entertain, ein Angebot der Telekom. Hierbei handelt
es sich um IPTV. Man könnte nun annehmen, dass Web-TV eher in den
Amateurbereich fallen würde, aber dem ist definitiv nicht so. Viele
Fernsehanstalten bieten zusätzlich zu ihrem normalen Programm auch
Möglichkeiten, um im Internet fernsehen zu können.
Der einzig wirkliche Nachteil ist, wie zuvor schon erwähnt, die Zuverlässigkeit.
Das Internet ist einfach nicht zu 100% stabil und das merkt man gerade
bei Echtzeitübertragungen manchmal sehr stark. Übertragungsprobleme
oder Engpässe wirken sich fast direkt auf den abgespielten Film aus.
Hinzu kommen natürlich die relativ hohen Datenraten und wer keine
Flatrate besitzt, der kann sich schon recht schnell übernehmen. Zwar
ist das Sehen von vielen Sendern kostenlos, aber ohne Flatrate muss man
dann doch das Datenvolumen beim eigenen Internetanbieter bezahlen.
Übertragen werden die Videos durch das so genannte Streamingverfahren,
welches bereits in einem vorhergehenden Kapitel behandelt wurde. Eine
weitere Möglichkeit ist das Peer-to-Peer System. Hierbei werden die
Daten nicht von einem einzelnen Server an die Nutzer verteilt, sondern
auch von Nutzer an Nutzer weitergegeben. Wie genau diese beiden Methoden
funktionieren, wird in den weiteren Kapiteln erläutert.